05.09.13 - Kompong Cham

Mamallapuram, Auroville & Chennai

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04.09.13 - Kompong Cham

Eine Hand voll Reis

Ich musste schmunzelnd feststellen, dass ich schon fast 120 Tage in Indien war, als ich gedankenverloren meine Hand im Reis fand obwohl ich eigentlich mit einem Löffel angefangen hatte.
Da es dazu auch ein paar Fragen gab hier also eine Kleinigkeit zum Thema Essen in Indien:

Die Restaurantkette mit den goldenen zwei Bögen gibt es selbstverständlich auch in Indien - so wie viele andere Ketten auch - allerdings gibt es oft ein Problem mit dem Sortiment, da Rind und Schwein in Indien eigentlich nicht verspeist werden und deswegen auf Hühnchen und vegetarische Alternativen zB Kartoffeln zurückgegriffen werden muss.
Es gibt Orte in denen aus unterschiedlichen Gründen entweder Rind oder Schwein oder beides verzehrt wird/werden darf, genauso gibt es aber auch Orte (die besonders heiligen) die rein vegetarisch oder sogar vegan sind - ich hab mir sagen lassen, dass es an einem solchen Ort ein Restaurant eines bekannten Hühnchenbraters ohne Hühnchen gibt, verrückt!
Das führt dazu, dass die Ketten nur noch schrecklicher sind als in Deutschland, zudem sind sie auch noch einigermaßen teuer im Vergleich zu lokalem, 'gesundem', füllendem und schmeckendem Essen. Es ist also mehr ein Sache von Prestige/Status/Coolnes sich ein solches Essen zu leisten. Was bis vor kurzem noch einigermaßen günstig war ist das Softeis, was wohl mehr als Einstiegsdroge und Köder zu verstehen ist - ja die große Fastfoodkette spielt in Asien mehr Eisdiele mit angehängtem Burger-Restaurant.

Der große Luxus den man sich in Asien leisten kann: wenn man hungrig ist einfach beim nächst besten Strassenstand gucken oder in das nächst beste Restaurant (hier irritierenderweise manchmal Hotel genannt) gehen.
Da das Essen meist vegetarisch ist sollte man meinen, dass es relativ gesund und umweltfreundlich ist - manchmal sind aber vielleicht die Zubereitungsmethoden oder das Restaurant nicht so sauber und was für Gifte (vielleicht nicht direkt, aber durch Luft, Regen, Grundwasser und Boden) in dem Grünzeug steckt, weiß man auch nicht...

Indisches Essen lässt sich am einfachsten so beschreiben:
entweder gibt es Reis oder unterschiedliche Arten von Gebäck (Brot wäre wohl das falsche Wort, es geht mehr in Richtung Pfannkuchen) zusammen mit einem oder mehreren Sorten Curry aus Linsen, Kartoffeln oder vielen weiteren Sorten von Gemüse, welches in einer bestimmten Technik nur mit der rechten Hand und nach einem bestimmtem Mischprinzip dem Munde zugeführt wird.
Wer sich nicht entscheiden kann hat in Indien großes Glück, denn ein Thali bietet quasi ein All-you-can-eat Best-Off mit einer Vielzahl von Currys.
Die große Vielfalt und die einzelnen Raffinessen der unterschiedlichsten und bei gekonnter Auswahl auch sehr abwechslungsreichen Gerichte kann ich hier aber nicht wiedergeben - nur so viel: mich hat auch an den letzten Tagen in Indien das Essen positiv überraschen können und manchmal vermisse ich bestimmte Gerichte oder das Essen mit den Fingern :-)

03.09.13 - Sen Monorom

Tiruvannamalai & Gingee

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30.08.13 - Ban Lung

Mysore, Srirangapatna & Bangalore

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27.08.13 - Phnom Penh

Badami, Pattadakal & Aihole

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23.08.13 - Siem Reap

Hampi

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18.08.13 - Siem Reap

Goa

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15.08.13 - Bangkok

Agra & Mumbai

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12.08.13 - Chennai

Amritsar & Delhi

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30.07.13 - Pondicherry

Kee und Kibber (Spiti Valley) & Vashisht

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25.07.13 - Tiruvannamalai

Tabo & Dhankar (Spiti Valley)

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22.07.13 - Bangalore

Kalpa & Nako (Spiti Valley)

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20.07.13 - Mysore

Haridwar, Chandigarh & Shimla

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15.07.13 - Hampi

Die Antwort auf das Leben, das Universum und Alles

Der "Hitchhikers Guide to the Galaxy" erklärt uns warum ein Hitchhiker immer wissen sollte wo sein Handtuch ist, aber auch zu welcher erstaunlichen Antwort - auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem - der Computer Deep Thought kommt (42), zusammen mit der Feststellung, dass die Antwort richtig, aber die Frage wohl falsch sei. Der ein oder andere mag den Kopf schütteln, weil ihm entweder all dies nix sagt, er den Film nicht gut fand (weil das Buch einfach viel besser ist) oder es eben nicht seine Art von Humor ist.

Ich war überrascht erstaunt, als auf der Feier zu Buddhas Geburtstag in Dhankar auf knapp 4000 Metern Höhe der tibetanische Mönch nach seiner langen Rede eine kurze Ansprache auf Englisch hielt in der er erklärte was "Buddha" bedeute, dann kurz die Geschichte mit Deep Thought erzählte um daraufhin seine Interpretation der Zahl 42 zu erläutern (die ich hier nicht wiedergebe, da sie am besten mündlich in einem tibetanisch/indischem Englisch bei etwas dünnerer Luft überliefert wird).

Man mag es nicht für möglich halten, aber die Inder haben quasi die Antwort in Körpersprache übersetzt; statt eines auf-und-ab- bzw. links-rechts-Nickens für "ja" oder "nein" wird hier der Kopf "gewobbelt".
Tja, wie soll man das erklären?
Beim Nein-nicken wird der Kopf um eine senkrechte Achse gedreht, während beim Ja-nicken der Kopf um eine Achse parallel zu den Schultern gedreht wird, beim "wobbeln" wird der Kopf um eine Achse gedreht die zu den beiden vorherigen orthogonal (senkrecht) verläuft.

Inder nicken nie "ja" oder "nein" sondern "wobbeln" zu jeder Frage, was einige Touristen zur Verzweiflung bringt, denn es kann so vieles bedeuten: Ja, Nein, Vielleicht, Ich weiß nicht, Sag ich dir nicht, Ich hab die Frage nicht verstanden, hängt das Bild gerade?... oder eben auch 42...

Das führt zu interessanten Beobachtungen:
- interpretiert der Fragende das wobbeln als die Antwort die er erwartet/erhofft bzw. irgendwie in sich selbst gewusst hat? (zu erklären warum das hervorragend zur Rede des Mönches passt schaff ich hier leider nicht)
- ist die Antwort irrelevant und nur die Frage wichtig? ( Der Hitchhikers Guide to the Galaxy lässt Grüßen)
- warum ist das den meisten Indern noch nichtmal aufgefallen - sind in einer Welt voller Wiedersprüche vieldeutige Antworten kein Problem?
- ist dies vielleicht der Grund, warum Inder kein "Nein" verstehen, bzw sich darüber hinwegsetzen und als Folge nur das "Schuhe ausziehen" Gebot achten, da es kein "Nein" enthält? (Abgesehen von der Tatsache, dass man es hier einfach liebt barfuß zu sein)

Auf diese und andere Fragen gibt es eine Antwort: fröhlich mit dem Kopf "wobbeln"

27.06.13 - Panjim

Jaipur, Amber & Abhaneri

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27.06.13 - Panjim

Das unsichtbare System

Das ungeübte Auge sieht in Indien erst einmal nur Chaos, es scheint keine Regeln zu geben bzw. scheint sich keiner drann zu halten und auch Adressen mit Strassenname und Hausnummer gibt es kaum.

Als mich bei meiner Suche ein Inder nach der genauen Adresse meines Hotels fragte musste ich ihm schmunzelnd erklären, dass es keine genauen Adressen in Indien gibt, sondern alles immer nur "in der Nähe von" irgendwas ist, er stimmte zu und fragte den Kioskbesitzer ob der das Hotel kennt. Leider führt das manchmal dazu, dass die Adressen im halben Dorf "in der Nähe der Tankstelle" lauten.
Entweder man kennt sich aus, oder man muss fragen - fördert die Kommunikation!
Wenn man allerdings von jedem in eine andere Richtung geschickt wird und selbst drei seperate Gruppen von lokalen Polizisten keine Ahnung haben, muss man leider unverrichteter Dinge wieder gehen.

Bestaunt habe ich die Busse in Indien, bei denen während der Fahrt noch jemand auf oder abspringt und in die man locker doppelt so viele Leute quetschen kann als nach deutschen Normen erlaubt wäre. Manchmal scheint es als würden sich die "Springer" erst sehr kurzfristig entscheiden den Bus zu nehmen. Ein Ticket wird grob für die Anzahl der Kilometer gekauft, Ich habe aber keine Ahnung woher der Kontrolleur weiß wie weit entfernt der Baum am Wegesrand ist zu dem der Fahrgast möchte - es sind halt diese unsichtbaren Haltestellen ohne Schild und Bank, die man entweder kennen oder erfragen muss. Wenn man aussteigen will gibt es keinen Knopf zum drücken, sondern man sagt dem Kontrolleur Bescheid, der dann dem Fahrer ein Pfeifsignal gibt - außer man ist Ausländer, dann wird einem gesagt wann man aussteigen muss.

Noch erstaunlicher ist für mich aber eigentlich eine andere Sache: Wenn ich zum offiziellen Schalter gehe um mich über die Busse zu erkundigen werden mir trotz mehrfacher Nachfrage nur wenige Busse genannt und ich müsste mindestens eine Stunde auf den nächsten warten. Wenn ich einen Kontrolleur frage sitze ich meistens innerhalb von wenigen Minuten im richtigen Bus, der relativ bald abfährt.

14.06.13 - Mumbai

Jaisalmer, die Wüste und Pushkar

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05.06.13 - Delhi

Hände und Füße

Als ich nach China fuhr wurde ich oft gefragt ob es denn nicht sehr schwer sei Reis mit Staebchen zu essen. Auf dem Weg nach Indien hat mich keiner gefragt ob ich denn nur mit der rechten Hand ein Brot zerreissen oder Reis mit Sosse essen und dabei noch einigermassen saubere Finger behalten koennte - zum Glueck habe ich fuer schwere Faelle Staebchen eingepackt.

Die wohl einzige Regel die in Indien akzeptiert wird ist "Schuhe ausziehen" in Wohnungen und an heiligen Orten. Dumm nur, dass man die grenze zwischen "Schuhe erlaubt" und "Schuhe ausziehen" nicht immer sehen kann, denn es geht hier keineswegs um Sauberkeit sondern um Respekt.
Der Respekt hoert aber meistens beim Schuhe ausziehen auf, wenn man sich irgendwo anstellen kann wird gedraengelt und Fotos werden trotz "Fotographieren verboten" gemacht - wie gesagt: die einzige Regel die in Indien gilt ist "Schuhe aus".

In asiatischen Tempeln ist es aufgrund des Tumultes ueblich vor dem Haende falten eine Glocke zu leuten um die Aufmerksamkeit der Gottheit auf seine Person zu lenken, fuer ein Gebet hat aber weder der Glaeubige noch die Gottheit Zeit. Einige Tempel wirken sowieso mehr wie Freizeitparks oder Gruselkabinette. In Amritsar gibt es den Mata Tempel, durch den ein ca. 20 minuetiger Parkour mit Kriech-Tunnel und Wassergraben (eine andere Art der Fusswaschung) fuehrt; Unterwegs kommt man an Skulpturen vorbei und muss durch ein aufgerissenes Loewenmaul klettern - dass man kein Aktionfoto bekommt ist schon fast schade!

01.06.13 - McLeodGanj

Udaipur & Jodhpur

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29.05.13 - Manali

Ahmedabad & Adalaj

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14.05.13 - Chandigarh

Daulatabad, Ellora, Ajanta & Aurangabad

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10.05.13 - Jaipur

China & Dänemark

Wie selbstverstaendlich vergleiche Ich alles was ich in Indien erlebe mit China, was oft hinderlich und absolut sinnlos ist. Was soll denn dabei herauskommen, wenn man ein Land voller Kontrasten und Wiederspruechen mit einem anderen Land voller Kontraste und Wiederspruechen vergleicht?
China erscheint mir jetzt deutlich sauberer, geordneter und strukturierter; Ich moechte auch schon fast schreiben, dass die Chinesen besser Englisch sprechen - aber wie auch die anderen Einschaetzungen ist das gleichzeitig richtig und falsch.
Deswegen ist das einzig richtige: Aufhoeren zu vergleichen und einfach erleben.

Eine der heufigsten Fragen die man als Reisender bekommt ist: wo kommst du her? Viele sind einfach nur neugierig, fuer andere ist das ein Einstieg in ein Verkaufsgespraech an dem man nicht teilhaben will, aber aus dem man nur schwer heraus kommt. Deutsche gehoeren zu den heufigsten Touristen und sind einfache Beute - ein Grund warum man bei Sehenswuerdigkeiten und besonderen Punkten oft EInheimische trifft die einen auch auf Deutsch zum Kauf animieren koennen.
Um diese Art von "Fallen" zu umschiffen nutze ich schon laenger die Taktik mich als Daene auszugeben - mit Erfolg. Bei einer Busfahrt mit einem Verkaeufer erzaehlte er mir welche Sprachen man braucht wenn man hier Touristen umgarnen will; verwundert hat mich Finnisch.

06.05.13 - Pushkar

Mumbai

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24.04.13 - Ahmedabad

Welcome to India

Ich habe immer wenn ich gereist bin sehr viel Glueck gehabt und das war mir auch die meisste Zeit lang bewusst. Vielleicht bin ich deswegen etwas blauaeugig oder zu optimistisch an die Sache gegangen - andererseits waere ich sonst vielleicht gar nicht erst gestartet.
Gehofft habe ich, dass mein "Glueck" auch weiter haelt und meine "Reiseerfahrung" mir gute Dienste leisten wuerde und in gewisser Weise ist es auch so, denn ich kann keinesfalls behaupten kein Glueck gehabt zu haben und waere ohne die Erfahrung jetzt wohl nicht da wo ich bin.

Das einzige was man mit schlechten Erfahrungen machen kann ist sie zu teilen und zu hoffen, das andere davon lernen - auch wenn es vielleicht etwas peinlich ist, da ich keinesfalls unschuldig bin.

Am Flughafen von Dubai kam ich mir schon etwas seltsam vor, weil ich der einzige war der keinen 40"LED Fernseher zum Check-in schob. Eine Familie mit Kind und Schwiegereltern schafften sogar 3 Stueck!
Nachdem mein Boardingticket gedruckt war gab es ploetzlich ein Problem und es war nicht der fehlende Fernseher, sondern dass ich kein Ticket fuer die Ausreise aus Indien vorzeigen konnte.
Mein Boardingticket wurde vor meinen Augen zerrissen!
Ein anderer Mitarbeiter am Checkin, eine andere Fluggesellschaft, eine plausiblere erklaerung fuer kein Ticket oder eben ein Ticket, kein ueberbuchter Flieger oder ein frueheres erscheinen am Checkin mit einer besseren Reaktion zum kauf eines Ausreisetickets haetten mir den extra Tag in Dubai, das extra Ticket nach Mumbai und die ganzen Unannehmlichkeiten ersparen koennen.

In Mumbai brauchte ich drei Anlaeufe um an Bargeld zu kommen.
Die erste Maschine akzeptierte keine Visakarte,
die zweite machte einen Timeout-Error,
und die dritte spuckte endlich Geld aus.
Dumm nur, dass zwei mal von meinem Konto Geld abgezogen wurde.

Ich schlief wunderbar in dem Bus von Mumbai nach Aurangabad und freute mich aufs Abenteuer (Mumbai ist auch eins, aber ein westlicheres und mithilfe von Hostels und Internetbekanntschaften durchaus kontrolliertes).
Aus dem Bus wurde ich an einer Kreuzung gelassen und von mehreren Tuck-Tuck Fahrern freudig umringt. Es war morgens sehr angenehm, ich hatte Zeit und Energy und entschied zu einem Hotel zu laufen. Das Zimmer war gross aber schrecklich und die Dusche funktionierte nicht, also wollte ich zum naechsten Hotel als ich feststellte, dass mein Portmonai fehlt.
Man kann den Verlust vieler Dinge verkraften, den Verlust der Visakarte kaum.

Aufgebrochen bin ich mit dem Ziel Lebenserfahrung zu machen, Extreme zu finden/erleben und zu spueren, dass ich Lebe. Indien versprach neben spannender Architektur auch das absolute Abenteuer und das war es bisher auch.
Insofern habe ich vielleicht bekommen was ich wollte und komme mir ein wenig vor wie der Zauberlehrling.